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Unser Healthcare Recap Q1/2026

Der gesundheitspolitische Jahresstart zeigt vor allem eines: Es wird intensiv gestaltet – aber zu welchem Preis? ⚖️

Mit unserem Healthcare Recap bündeln wir die zentralen Entwicklungen aus dem ersten Quartal 2026 – sektorenübergreifend und mit dem Anspruch, sie einzuordnen, nicht nur zusammenzufassen.

Das hier waren die wichtigsten News aus der Gesundheitspolitik:

Januar
Doppelt so viele Grippeimpfungen in Apotheken wie 2024/25

  • ABDA berichtet: Seit Herbst haben Apotheken doppelt so viele Grippeimpfungen durchgeführt wie im Vorjahr.
  • Die Impfquote bei über 60-Jährigen lag noch 2024/25 bei nur 34,5 % (WHO-Empfehlung: 75 %).
  • Die geplante Apothekenreform soll die Verabreichung aller Totimpfstoffe in Apotheken ermöglichen.
    ⟶ Mehr Impfungen in Apotheken entlasten Hausärzte und können langfristig die Impfquoten in Deutschland erhöhen.

Februar
OTC-Arzneimittel-Versand: Klage gegen dm

  • Die Wettbewerbszentrale klagt gegen den OTC-Versand von dm unter der Marke »dm-med«.
  • Beanstandet werden die Vermischung von Drogerie- und apothekenpflichtigen Arzneimitteln sowie Verstöße gegen Arzneimittel- und Apothekenrecht.
  • dm umgehe mit dem Standort Tschechien deutsche Vorschriften & Schutzmechanismen.
    ⟶ Das Verfahren könnte Präzedenzfall für den Online-Handel mit apotheken-pflichtigen Arzneimitteln werden.

Februar
Gesetzlich Versicherte warten immer länger auf Facharzttermine

  • Im Schnitt warten Patienten 42 Tage (2019 waren es noch 33 Tage).
  • Hausärzte zeigen sich alarmiert und fordern Tempo bei den angekündigten Reformen.
  • Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will das Problem mit einem Primärversorgungssystem von Grund auf lösen.
    ⟶ Trotz hoher Facharztdichte zeigt sich: Langfristige Entlastung erfordert strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen.

März
4,5 Prozent weniger Honorar für Psychotherapeuten

  • Ab April sinken die Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 %.
  • Die Entscheidung trifft auf deutliche Kritik aus den Berufsvertretungen.
  • Trotz höherer Strukturzuschläge rechnen viele Praxen mit spürbaren Einnahmeverlusten.
    ⟶ Gesundheitspolitisch stellt sich damit erneut die Frage, welchen Stellenwert die psychische Versorgung im GKV-System hat.

März
Änderungen an der Krankenhausreform

  • Der Bundestag beschließt Änderungen an der Krankenhausreform, um die Versorgung zu sichern.
  • Längere Übergangsfristen, höhere Finanzierungshilfen und erweiterte Ausnahmeregelungen sollen die Umsetzung vor Ort erleichtern.
  • Ziel der Reform bleibt eine stärkere Spezialisierung der Kliniken und eine Reduktion des wirtschaftlichen Drucks durch Fallzahlen.
    ⟶ Die Umgestaltung der Krankenhauslandschaft bleibt ein gesundheitspolitisches Großprojekt.

März
Apotheken schlagen Alarm: Deutschlandweite Proteste

  • Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rief am 23. März zu einem bundesweiten Protesttag auf.
  • Um auf die angespannte wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen, blieben viele Apotheken geschlossen.
  • Hintergrund: seit Jahren unveränderte Honorare bei stark gestiegenen Kosten und zunehmende Apothekenschließungen.
    ⟶ Für die Versorgung ist das ein deutliches Warnsignal – besonders im ländlichen Raum steigt der gesundheitspolitische Handlungsdruck.

Kurz gesagt:

  • Die psychische Versorgung darf als Basis einer gesunden Gemeinschaft nicht (weiter) beschnitten werden.
  • Ohne engmaschige Abstimmung mit der Versorgungspraxis ist die schönste Reform unsinnig.
  • Es kommt Schwung in die Bude: Wenn die Apotheker auf die Straße gehen, ist die Lage ernst!

Viele Maßnahmen greifen tief in bestehende Strukturen ein. Was aber fehlt, ist spürbare Entlastung im Alltag der Versorgung. Wie wirksam sind Reformen, wenn sie die Realität der Versorgung nicht ausreichend abbilden? Genau hier entscheidet sich letztlich, ob Reformen wirken – oder nur auf dem Papier gut aussehen.

➡️ Welche Entwicklung hat aus Eurer Sicht aktuell die größte Relevanz?

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